BÜRGERINITIATIVE "LANGE HECKE"
 STEINBRUCH - NEIN DANKE!                                                                                                         

LANGE HECKE TV TEXTE


5 Thesen

Zugegeben: Wir sind rund 1500 Bewohner von 5 Dörfern und eines Teils der Kernstadt.

Wir wehren uns gegen die Vergrößerung des Steinbruchs von 3 auf 21 ha.

Zugegeben: Wir werden die bevorstehenden einschneidenden Veränderungen unserer Lebensqualität durch Lärm und Abgase der Schwerlaster, durch Staub und Schmutz auf Straßen und Pflanzen nicht hinnehmen.

Zugegeben: Wir sind nicht bereit die Industrialisierung unserer Landschaft, unserer Dörferfür rund 80 Jahre, 12 Stunden täglich (Sa. 8 Std.) widerstandslos zu akzeptieren.

Wir sind nicht bereit, 35 - 70 Fahrten je nach Größe der Laster, Anhänger und Wassertank-Wagen täglich zum Abtransport von 90.000 t jährlich zu ertragen.

Dies schulden wir uns, unseren Kindern und Enkeln.

Wir wissen: aus dem Hessischen Staatsanzeiger, von Steinbrüchen bzw. Steinbrucherweiterungen im Umkreis von 35 km.38,0 ha Wommen/Nesselröden (30km bis Bebra)(03/2019)   2,9 ha Sterkelshausen (12/2020)13,4 ha Schwarzenhasel (06/2016)Dies bedeutet Planungssicherheit für die Arbeitsplätze und die Versorgung unserer Region.

Wir wissen: Wenn der Steinbruch nach dem Bürgerentscheid nicht erweitert werden darf, dann fahren – wie bisher – die LKW auf den Kreisstraßen und zwar sehr viel weniger als täglich 35 und keine Tankwagen, wohl max. 8 – 10 Jahre!

 Und….er muss jeweils neu beantragt werden.

Am 14.03. sind Kreis- und Kommunalwahlen – die Karten werden neu gemischt. Der Wähler ist erneut am Zuge.

5 Thesen sind 5 Fakten: allesamt in öffentlichen Quellen nachzulesen und bis heute unwidersprochen!

6 Fragen

Warum redet ein Verwaltungschef immer wieder von „einigen wenigen Bürgern“, die den Weg des immer so weiter, immer höher, immer schneller nicht mitgehen wollen?

Er wurde gewählt von lediglich 29,6 % aller Wahlberechtigten mit 3.154 – JA-Stimmen.70%, d.h. 6.928 Bürger haben ihn nicht gewählt.

Warum führt ein solches Wahlergebnis nicht zu Demut vor dem Souverän (sprich Wähler) und dem Verlangen, „Bürgermeister aller Bürger“ zu sein?

Wer von den Stadtverordneten und Magistratsmitgliedern hat den zur Abstimmung vorliegenden Vertrag gelesen?

Der Vertrag ist unbefristet und sieht nur geringe Zahlungen in die Stadtkasse vor.

Es gibt keinen Inflationsschutz, keine Insolvenzklausel. (Bei Insolvenz wandert der Steinbruch evtl. an andere Abbaufirmen, woher auch immer diese kommen.)

Warum ist hierrüber und über andere Vereinbarungen nicht diskutiert worden?

Warum hat es im Vorfeld der Entscheidung keine Bürgerversammlung gegeben?

Antwort: Corona?

Nein:

Es hat in Bebra in der gesamten letzten Legislaturperiode keine einzige Bürgerversammlung gegeben, obwohl dies vom Land Hessen einmal in Jahr empfohlen wird.

Transparenz, Diskussionen, runde Tische, Lösungssuche unbekannt?

Muss die Geschäftstätigkeit einer Firma die Lebensqualität 100er von Familien gravierend beschneiden?

Kann die Tätigkeit nicht dort ausgeführt werden, die Wege nicht dort gesucht werden, wo nicht 5 Dörfer und Teile einer Kernstadt betroffen sind?

Warum wurden nie alternative Transportarten – z.B. ohne LKW im Steinbruch - erörtert?

Verzeichnen wir nicht einen erheblichen Wassermangel in unserer Region?

Zu sehen Dutzende von Hektar im Wildecker Forst, Cornberg/Rittershain, Nentershausen/Ulfen und, und, und…

Wenn kein Grundwasser abgepumpt wird für Bedüsung, Berieselung und LKW-Waschanlage, sondern in Wassertanks bevorratet wird, wo kommt das Wasser her?

Es soll auch in Trockenperioden ausreichen. Woher wird es zu uns gefahren?

Wohin – in welche Region – wird das Problem verlagert?

Wann – und diese Grundsatzfrage zum Schluss – werden die Errungenschaften unserer hessischen Staatsverfassung auch in Bebra als alltägliche demokratische Praxis angesehen?

Wann – liebe Mitbürger – werden in unserer Stadt wirtschaftliche Interessen im Einklang mit der Bürgerschaft umgesetzt?

Wann ist jede Verkäuferin, jeder Eisenbahner genauso wichtig, wie ein Unternehmer?

Das ist seit über 100 Jahren der demokratische Grundkonsens unserer Republik:

Die Gleichheit Aller!


                                                                EPILOG

Uns wird vorgeworfen, bei unserem Politikverständnis würde die Lok Adler bis heute nicht von Nürnberg nach Fürth dampfen (übrigens ein Import aus England, denke: Stephensonstraße am Wasserturm).

Der „Adler“ fuhr im 19. Jahrhundert 20 Jahre durch eine Gesellschaft des 3-Klassen-Wahlrechts, der Hungersnöte und Mangelernährung, der Kinderarbeit und Massen-Auswanderung, des anwachsenden Antisemitismus in unserer Region mit den bekannten Folgen 80 Jahre später. Der Nachhall dieser Umwälzungen ist noch heute zu hören.

Wünschen sich einige die Rechts- und Sozialverhältnisse eines Bayerischen Obrigkeitsstaats aus 1835 zurück, um die umfassende Erweiterung des Steinbruchs ohne die Einbindung der Bürger durchzusetzen?

Die aktuelle Pandemie ist ein beherrschbares Problem – es gibt Impfstoffe und somit ein Ende.

Nicht so beim Klimawandel.

Nur bei deutlich geringerem Ressourcenverbrauch kann die Wirtschaft wachsen, nur bei Veränderung unseren Verhaltens und politischer Kommunikation werden wir unseren historisch unglaublichen Wohlstand bewahren können.