BÜRGERINITIATIVE "LANGE HECKE"
 STEINBRUCH - NEIN DANKE!                                                                                                            

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 FOTOS: ©M.Ribitzki

PORTRAIT BEBRA KERNSTADT

Biberaho hieß der 769 n. Chr. erstmals in der Urkunde „Brevarium Lulli“ des Klosters Hersfeld erwähnte Ort am Fuldaknie. Der Biber, das Wappentier des 1935 zur Stadt erklärten Dorfes, ist Namensgeber der ehemaligen „Siedlung am Biberwasser“.

Das von der Fulda geprägte rund 40 km² große Bebraer Becken, grenzt an das osthessische Becken an. Die Tallandschaft wird durch das Stölzinger Gebirge, das Richelsdorfer Gebirge, dem Adelsberg, den Dickenrück sowie den Ausläufern des Knülls umschlossen. Im Bebraer Becken fließen die Bebra, die Solz, die Ulfe und in Lispenhausen die Hasel in die Fulda. Das Bebraer Becken ist seit jeher ein Bereich mit Durchgangsverkehr und seit dem Mittelalter ein Knotenpunkt des Handelsverkehres. Noch bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts überwogenen Kleinbauerntum und das Leineweberhandwerk. Die dominierende Eisenbahnentwicklung, die bereits im Jahre 1849 begonnen hatte, schlug sich spätestens mit der Entwicklung zum Eisenbahnknotenpunkt auf die steigende Bevölkerungszahl nieder. Zwischen 1885 und 1935 verdoppelte sich die Einwohnerzahl von Bebra auf etwa 5000 Personen.

Nach dem Zusammenbruch von Nazi-Deutschland fanden über 1500 Vertriebene in Bebra eine neue Heimat. Die Einwohnerzahl wuchs durch eine positive wirtschaftliche Entwicklung stetig an und das Bild der Stadt änderte sich gewaltig, nicht nur durch die Neubaugebiete in der Peripherie. Die Gebietsreform im Jahre 1971 bescherte der Stadt durch Eingemeindung einen enormen Zuwachs an Einwohnern.

Die Stadt war für den Moment ein Gewinner der deutschen Einheit, die für ein wirtschaftliches Hoch an der ehemaligen Zonengrenze sorgte. 1995 überschritt Bebra bezüglich der Einwohnerzahl einmalig die 16000 Marke und avancierte hinter der Kreisstadt Bad Hersfeld zur zweitgrößten Stadt im Landkreis Hersfeld-Rotenburg. Gleichwohl schrumpften Eisenbahn, BGS, Zoll und Post durch Strukturreformen und Privatisierung rasant.

Bebra hat in den letzten 25 Jahren sehr viele Einwohner verloren und der Stadt ist nur durch Zuzug von Menschen mit Migrationshintergrund und „Umzüglern“ auch aus den neuen Bundesländern ein noch gravierenderer Bevölkerungsschwund erspart geblieben. Die Überwindung der Eisenbahnära mit ihrer hohen Beschäftigungssituation war und ist die größte Herausforderung der Nachwendezeit.

Mit der Stadtsanierung II und der enorm erfolgreichen, ehrenamtlichen Einbindung der Bevölkerung in die Stadtentwicklung wurde in den letzten 15 Jahren die Schwermut der Bebraer mit Blick auf ihre vergangene, national so bekannte Eisenbahnerstadt augenscheinlich und in beispielhafter Art und Weise überwunden. „Ab in die Mitte“ hieß ein unwahrscheinlich motivierender Wettbewerb, der durch Ehrenamtliche gefordert und gefördert wurde und der ab 2005 die Menschen endlich in die Mitte Bebras lockte und für die Sanierung innerlich bereit machte. Außerdem wurde der Kultur- und Natur-Wanderwegenetz „Quincunx“, gefördert durch öffentliche Gelder (LEADER-Mittel) und unterstützt von den Ortsbeiräten, entwickelt. Das Wegenetz verbindet den Erlebnisbereich Fuldaauen mit der herrlichen Umgebung und setzt einen positiven Impuls für den heimischen Tourismus. Diese Entwicklung kann für Bebra und seine Stadtteile nur erfolgreich weitergehen, wenn umsichtig diskutiert, entschieden, gehandelt und mit den Menschen weiter offen gesprochen wird.